Juni 2026

Wasserfall ICeland

Sie sagen, wenn du Island besuchst, stehlen dir die Trolle ein kleines Stück deines Herzens – damit du zurückkommen musst. 🤍

Ich glaube das mittlerweile. Denn nach dieser Reise weiß ich: Ein Stück von uns ist dort geblieben – zwischen Gletschereis, schwarzem Sand und einer Stadt, die zwanzig Stunden am Tag taghell ist.

Vier Nächte. Ein Mietwagen. Und eine Insel, die uns jeden einzelnen Tag den Atem genommen hat.

Hier ist unsere Reise – Tag für Tag.

Tag 1 · Ankommen, durchatmen

Reykjavik Rainbowstreet

Nach dem Nachtflug von JFK landeten wir um kurz vor 9 Uhr morgens in Keflavík – übermüdet, aber aufgeregt. Mit Kindern und Gepäck durch den Flughafen, Mietwagen übernehmen, und los ging’s Richtung Reykjavík.

Wir haben den ersten Tag bewusst ruhig gehalten. Crêpes in der Stadt, ein Spaziergang zur Hallgrímskirkja, Enten füttern am Tjörnin-Teich – genau das richtige Tempo für vier Menschen, deren Körper noch dachten, es sei New York-Nachmittag.

Unbedingt Zimtschnecken bei dieser Bäckerei einplanen.

Am Nachmittag ging es weiter zum ION Adventure Hotel mitten in den Lavafeldern von Nesjavellir. Der Moment, als wir am Abend im Hot Tub saßen, die Sonne um 22 Uhr immer noch am Himmel stand und die Mädchen vor Aufregung kaum still sitzen konnten – das war der Moment, in dem ich dachte: Ja. Das wird eine besondere Reise.

Tag 2 · Geysire, Wale und zwei Kontinente

whale watching

Dieser Tag hatte einfach alles.

Wir starteten früh am Strokkur – dem Geysir, der alle paar Minuten 15 bis 20 Meter in die Luft schießt. Danach der Gullfoss, dieser gewaltige, zweistufige Wasserfall, und der Kerið-Krater mit seinem leuchtend türkisen See.

Mittags ging es zurück nach Reykjavík zum Highlight des Tages: Whale Watching. Drei Stunden auf einem Schiff, heiße Schokolade und Waffeln für die Kinder, Ferngläser in jeder Hand – und dann tatsächlich Wale. Ich kann gar nicht beschreiben, wie still es auf einmal auf dem Boot wurde, als der erste Rücken aus dem Wasser tauchte.

Den Abend ließen wir bei Þingvellir ausklingen – direkt an der Naht zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Kontinentalplatte. Die Mädchen standen buchstäblich mit einem Fuß auf jedem Kontinent. Surreal und wunderschön.

Tag 3 · Wasserfälle, Gletschereis und Papageitaucher

Waterfalls iceland

Die Südküste ist, ehrlich gesagt, der Teil der Reise, den ich am meisten geliebt habe.

Wir liefen hinter den Seljalandsfoss – ja, wirklich hinter einen Wasserfall, in voller Regenmontur, kreischend vor Lachen. Der Skógafoss donnerte mit einem Regenbogen über uns, und beim Sólheimajökull konnten die Kinder zum ersten Mal echtes Gletschereis berühren.

Der Nachmittag gehörte den Papageitauchern. Auf den Klippen von Dyrhólaey haben wir beobachtet, fotografiert – diese kleinen, bunten Vögel, die aussehen wie eine Mischung aus Pinguin und Comicfigur. Juni ist genau die richtige Zeit dafür, und die Kinder waren komplett aus dem Häuschen. Wir lieben Puffins!!!

Übernachtet haben wir in Vík (fast direkt am schwarzen Strand) – wobei wir bewusst auf Dyrhólaey statt Reynisfjara gesetzt haben. Die berüchtigten „Sneaker Waves” dort sind kein Scherz, und mit Kindern war uns die sicherere Variante einfach wichtiger.

Tag 4 · Der Wow-Tag

Wenn ich einen einzigen Tag dieser Reise noch einmal erleben dürfte, wäre es dieser.

Canyon Iceland

Der Fjaðrárgljúfur-Canyon am Morgen – dieser geschwungene, grüne Canyon, der aussieht wie aus einem anderen Film. Dann weiter zur Gletscherlagune Jökulsárlón, wo riesige, türkis-weiße Eisberge gemächlich Richtung Meer trieben. Wir haben Robben gezählt, Eisformen verglichen, einfach nur gestaunt.

Diamond Beach Iceland

Am Diamond Beach direkt gegenüber lagen die Eisbrocken wie Diamanten auf dem schwarzen Sand verstreut – glitzernd in der tiefstehenden Sonne. Die Mädchen liefen von Stück zu Stück und konnten sich gar nicht entscheiden, welches das schönste war.

Übernachtet haben wir direkt am Gletscher, im Hótel Jökulsárlón. Beim Abendessen mit Gletscherblick saßen wir vier einfach nur da, müde, glücklich, ein bisschen sprachlos.

Tag 5 · Der lange Weg zurück und Puffins ohne Ende

Crepes Stop in VIK

Der letzte Tag begann mit fast sechs Stunden Fahrt zurück nach Reykjavík – aber mit einem köstlichen Stopp in Vík für ein Crêpe. Schlafen im Auto, ein paar letzte Blicke aus dem Fenster auf diese Landschaft, die wir kaum fassen konnten.

Und dann – unser krönender Abschluss: eine Puffin Boot Tour .

Puffins in water

Als wir im März 2024 zum ersten Mal in Island waren, wussten wir sofort: Wir müssen unbedingt noch einmal zur Puffin-Saison kommen. Genau das war der eigentliche Grund, warum wir im Juni zurückgeflogen sind.

Mit einem kleinen Boot ging es 15 Minuten raus aus Reykjavík – und dann waren sie plötzlich da. Hunderte von Puffins. Diese kleinen, bunten, unbeschreiblich niedlichen Vögel, die aussehen als hätte jemand einen Pinguin mit einem Papagei gemischt. Tilly und Ollie konnten sich kaum entscheiden, wohin sie zuerst schauen sollten.

Ich werde diesen Moment nicht vergessen. Das letzte Licht des Tages, das Meer, diese Vögel – und vier Menschen in einem Boot, die einfach nur glücklich waren.

Um 17 Uhr hoben wir Richtung New York ab. Die Mädchen schliefen fast sofort ein. 🤍

UNSER ERSTER ISLAND TRIP – EINE ERINNERUNG

Es gibt Reisen, die bleiben. Unser erster Island Trip im März 2024 war genau so eine.

Wir starteten in Reykjavik – dieser besonderen Mischung aus Großstadt und Dorf, eingerahmt von Bergen und dem Atlantik. Die bunten Häuser der Altstadt, die kopfsteingepflasterten Gassen – es fühlte sich an wie eine andere Zeit.

Weiter ging es nach Vík í Mýrdal, dem südlichsten Dorf Islands. Nur 320 Einwohner, schwarze Lavastrände und diese gewaltigen Felsnadeln im Meer – der Legende nach versteinerte Trolle, die einst mit einem Schiff landen wollten. Genau dort habe ich zum ersten Mal die Geschichte gehört: dass die Trolle dir ein Stück deines Herzens stehlen, damit du zurückkommen musst.

Über Klausturholar im Südwesten – mit den kargen Lavafeldern der Reykjanes-Halbinsel und einem Bad in den heißen Quellen – ging es weiter zur Snæfellsnes Halbinsel. Man nennt sie “Island in Miniatur”, und das stimmt: schwarze Sandstrände, tosende Wasserfälle, ein massiver Gletscher – alles was Island ausmacht, auf 1.500 Quadratkilometern vereint.

Und natürlich die Reykjanes-Halbinsel mit der Blauen Lagune – dieser dampfende, türkise Pool mitten in der vulkanischen Landschaft. Ein Moment puren Ankommens.

Diese erste Reise hat uns gezeigt, dass Island kein Ort ist, den man einmal abhakt. Es ist ein Ort, der einen ruft.

Und die Trolle hatten recht. Wir sind zurückgekommen. 🤍

Island ist keine Reise, die man einfach „macht”. Es ist eine Reise, die etwas mit einem macht. Die Weite, die Stille, dieses ständige Licht, das einem das Gefühl gibt, die Zeit würde stillstehen – das vergisst man nicht.

Und vielleicht haben die Trolle ja wirklich recht behalten. Ein Stück unseres Herzens ist dort geblieben.

Wir kommen wieder. 🇮🇸🤍

Svenja Ostwald

Ich arbeite als Autorin und Health Coach mit einer internationalen Community. Meine Bücher wurden SPIEGEL-Bestseller, meine Arbeit erscheint regelmäßig in führenden Medien.

Ähnliche Beiträge

Leave a comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *